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AG EKTC : TraumaNetzwerk DGU®: Vorbereitungen für den Terrorfall

06.12.2016

Was können wir aus den Anschlägen von Paris und Brüssel lernen? Zu diesem Thema hatte die Arbeitsgemeinschaft Einsatz-, Katastrophen- und Taktische Chirurgie (AG EKTC) der DGU auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) im Oktober eine Sitzung organisiert. Das Interesse der Teilnehmer war groß. Mediziner berichteten von ihren Erfahrungen bei der Versorgung der Anschlagsopfer in Brüssel. Zudem haben Experten Maßnahmen aufgezeigt, um zukünftig für den Fall eines terroristischen Anschlags gut vorbereitet zu sein.

Auf der Sitzung der AG EKTC berichteten unter anderem zwei Mediziner aus Brüssel von ihren Erfahrungen bei der Erstversorgung der Anschlagsopfer: Es waren vor allem Explosionsverletzungen, die versorgt werden mussten. Bei den Anschlägen in Paris waren es Schußwunden. Beide Verletzungsarten spielen in der alltäglichen Versorgung von Schwerverletzten in Deutschland kaum eine Rolle. Entsprechend gering ist hierzulande auch das fachliche Wissen darüber.

Zudem würde ein Terrorakt deutlich den Rahmen eines Massenanfalls von Verletzten (MANV) wie beispielsweise bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn übersteigen. Die Experten schlussfolgerten, dass für Deutschland zwei Themenschwerpunkte wichtig sind, um zukünftig für den Fall eines terroristischen Anschlags besser gewappnet zu sein: Erstens muss das Fachwissen zu Schuß- und Explosionsverletzungen in die Breite gebracht werden. Zweitens müssen deutsche Kliniken sich organisatorisch besser auf Terrorlagen vorbereiten.

Die AG EKTC hat sich diesen Schwerpunkten angenommen. Die DGU hat im September 2016 ihre zivil-militärische Kooperation mit der Bundeswehr vertieft. Ein 5-Punkte-Plan von DGU und Bundeswehr soll dafür Sorge tragen, dass Opfer von möglichen Terroranschlägen in Deutschland zu jeder Zeit und an jedem Ort schnell und situationsgerecht auf hohem Niveau versorgt werden können. So werden Chirurgen erstmals bundesweit und flächendeckend einheitlich für die medizinische Versorgung von Terroropfern geschult. Der erste Kurs wird voraussichtlich im März 2017 in München stattfinden.

Quelle: Website der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie